Auge und Musik – Zwei ziemlich beste Freunde

Charles Kelman, der Erfinder der Phakoemulsifikation, hatte ursprünglich einen ganz anderen Karrieretraum: Musiker hatte er werden wollen. Damit gehört er zu einer großen Gruppe von Ophthalmologen, die sich der Musik verbunden fühlen. In diesem Symposium zeigen Experten, wie die Sinne beim Spielen und Hören von Musik zusammenwirken.

Musiker, die sich für eine Stelle im Orchester bewerben, müssen ihr Können in einem „blinden“ Vorspiel unter Beweis stellen. Ihre optische Erscheinung soll das Urteil der Juroren nicht beeinflussen. Welche Rolle die Augen beim Erleben von Musik spielen, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2013 eindrucksvoll: Sowohl Profi-Musiker als auch Laien wurden gebeten, das Abschneiden von Musikern in internationalen Klassikwettbewerben korrekt vorherzusagen: im ersten Durchlauf hörten sie nur das gespielte Stück. Im zweiten sahen sie das Auftrittsvideo der Interpreten ohne Ton. Die meisten Treffer erzielten die Probanden dann, wenn ihnen ausgerechnet der Ton nicht zur Verfügung stand. Welche Rolle visuellen Reizen beim Musikhören zukommt und wie die Augen beim Spielen eines Instrumentes oder beim Komponieren eines Musikstücks spielen, verdeutlichen die Referenten in diesem Symposium. Live-Musik rundet die Veranstaltung ab.

 
dt
von Graefe 15:00 - 16:15 27.09.2018
Symposien Do15
Auge und Musik – Zwei ziemlich beste Freunde