Custodis Lecture

Alle zwei Jahre ehrt die Retinologische Gesellschaft mit der Custodis Lecture eine Forscherpersönlichkeit, die sich mit ihrem Lebenswerk um die Belange von Netzhauterkrankungen verdient gemacht hat. In diesem Jahr erhält Professor Dr. Bernd Kirchhof, Köln, die Auszeichnung.

Bis zu seiner Emeritierung im Oktober 2017 war Bernd Kirchhoff viele Jahre Direktor der Abteilung für Netzhaut und Glaskörperchirurgie am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erkrankungen des hinteren Augenabschnitts. In jüngsten Publikationen befasste er sich unter anderem mit der Zelltransplantation bei AMD, Erkrankungen des vitreoretinalen interfaces, mit der Silikonöl-Chirurgie oder dem Vergleich okulärer Parameter bei einstigen Frühgeborenen beziehungsweise reifen Neugeborenen.

Die Lecture ist nach Ernst Custodis benannt (1898-1990). Custodis leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Netzhautchirurgie, als er zeigte, dass ein Verschluss von Netzhautrissen mit Plomben die Ablösung der Retina heilen kann.

Custodis Lecture 2018:
Behandlung der Netzhautablösung

Bernd Kirchhof (Köln)

 
dt
von Graefe 08:30 - 09:45 29.09.2018
Symposien Sa01
Netzhaut 4.0 – Symposium der Retinologischen Gesellschaft
Die Sitzung soll eine aktuelle Übersicht über Praxis-relevante Aspekte der Netzhaut geben. Von Papillenexkavation bis Netzhautablösung werden relevante Neuerungen, insbesondere im Bereich der Bildgebung kritisch diskutiert und hinterfragt. Am Ende gibt Prof. Kirchhoff im Rahmen der Custodis-Lecture einen Ausblick in die Behandlung der Netzhautablösung. Die Beiträge sind daher sehr kurz und kompakt geplant.
Hansjürgen Agostini (Freiburg)
Focke Ziemssen (Tübingen)
Milena Stech (Freiburg)
Dieser Kurzvortrag soll einen Überblick über aktuelle und relevante Stellungnahmen und Empfehlungen im Fachbereich Retinologie geben. Der Schwerpunkt liegt auf Neuerungen und Änderungen.
Steffen Schmitz-Valckenberg (Bonn)
Die Geographische Atrophie stellt die zentrale Manifestation der fortgeschrittenen altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) dar. Trotz intensiver und enormer Bemühungen steht weiterhin keine wirksame Therapie zur Verfügung. Gerade im Blick auf die vorzeitige Beendigung von klinischen Studien ist eine kritische Diskussion über den Status quo hinsichtlich des Verständnisses über die Pathogenese, unterschiedlicher Manifestationsformen, Biomarker zur Erkrankung und deren Progression sowie therapeutischer Ansätze der atrophischen AMD erforderlich.
Jost Jonas (Mannheim)
Es werden die ophthalmoskopischen und histologischen Charakteristika und die OCT Befunde der parapapillären Zonen Alpha, Beta, Gamma und Delta, der peripapillären Grenzgewebe Jacoby und Elschnig und des retrobulbären cerebrospinalen Flüssigkeitsraumes dargestellt und die Biomechanik der Dura mater des Sehnerven für die Papillenmorphologie diskutiert.
Andreas Stahl (Freiburg)
Allein an der Netzhaut finden sich mit dem retinalen und dem chorioidalen Gefäßplexus zwei Blutgefäßsysteme völlig unterschiedlicher Prägung. Wagt man in einem Symposium der Retinologischen Gesellschaft den Blick über den Tellerrand, zeigen sich darüber hinaus wichtige Unterschiede zwischen den Gefäßen des Hinter- und Vorderabschnitts.
Armin Wolf (München)
Bernd Kirchhof, Klinikdirektor (Köln)
Die Behandlung der Netzhautablösung ist komplex. Trotz Verfeinerung des Instrumentariums ist eine vollständige Rehabilitation bis heute nicht zu erwarten. Gegenstand aktueller Bemühungen ist deshalb die Prophylaxe von Komplikationen der Amotiochirurgie, insbesondere der Proliferativen Vitreoretinopathie.